Der Schorrenwald
Der Schorrenwald ist ein Laubmischwald, dessen Baumbestand teilweise schon über 100 Jahre alt ist. Im Schorrenwald befinden sich zwei Quellen. Die umliegenden Wiesen sind sehr feucht und dienen vielen Tieren als guter Rückzugsort.
Der als Nutz- oder Wirtschaftswald bezeichnete Wald gehört aktuell noch den Bayerischen Staatsforsten, die Teile davon in ca. zwei Jahren schlagreif sehen.
Er erstreckt sich über eine Fläche von ca. 230.000 m², was etwa 36 Fußballfeldern entspricht.


Gemeindeplan
Die Fläche des Schorrenwaldes, die für die Rodung vorgesehen ist, beträgt 30.000 m², was etwa einem Achtel der Gesamtfläche des Waldes entspricht.
In Richtung Norden/Nordosten soll eine Ausgleichsfläche von 20.000 m² enstehen.
De facto werden somit 30.000 m² Wald in versiegelte Fläche umgewandelt. Hinzu kommen mehrere tausend Quadratmeter Wiese, die in Straßen umgewandelt werden sollen: einen Zubringer vom Gewerbegebiet Lanzen Dieselstraße Richtung Weiberg auf die B19 und einen Zubringer von der Gewerbestraße in Hegge nördlich der Dekan-Erhard-Straße auf die B19. Außerdem gibt es Wege zu den Anwohnern und zum Waldkindergarten, der ein Stück weiter nach hinten verlegt wird.

Interessen
Im Gewerbegebiet Lanzen Dieselstraße gibt es einige Gewerbetreibende, die ihre Betriebe vergrößern möchten.
Deshalb möchte die Gemeinde diese Waldflächen für die Erweiterung des Gewerbegebiets nutzen.
Neben den ortsansässigen Betrieben sollen auch ortsfremde Betriebe die Möglichkeit einer Ansiedlung bekommen.
Im Zuge dessen erhofft sich die Gemeinde höhere Einnahmen durch Abgaben.
In der Planung spielen unsere Schutzgüter wie Klima, Landschaft und Boden allerdings keine Rolle. Auch die Bürger von Hegge/Lanzen werden nicht berücksichtigt.

Walderhalt
Als Bürgerinitiative Schorrenwald sehen wir beides: Den Nutzen der Weiterentwicklung des
Gewerbegebietes genauso wie den Nutzen des Schorrenwaldes.
Aktuell jedoch geht die Ausweitung des Gewerbegebietes stark zu Lasten des Schorrenwaldes und zu
Lasten der Bevölkerung.
Die befürchteten klimatischen und umweltbedingten Veränderungen durch die Abholzung, Versiegelung und Verkleinerung des Waldes stehen in keiner Relation zur Geldeinnahme der Gemeinde.
Innovative Wirtschaft braucht intelligente Flächennutzung
Was uns voranbringt…
Deutschland steht an einem Wendepunkt. Unsere Unternehmen geraten im globalen Wettbewerb zunehmend unter Druck, während gleichzeitig die verfügbaren Flächen knapper werden. Wenn wir wirtschaftlich stark bleiben wollen, dürfen wir Innovation nicht länger als rein technisches Thema betrachten. Sie beginnt bei der Art, wie wir unsere Ressourcen nutzen — insbesondere unsere Flächen.
Die Zukunft gehört Regionen, die wirtschaftliche Entwicklung und Flächenerhalt intelligent miteinander verbinden.
Städte, Gemeinden und Länder müssen neue Wege gehen: weniger Versiegelung, mehr kreative Mehrfachnutzung. Produktionsflächen, Logistik, Energie, Mobilität und Grünräume können heute so geplant werden, dass sie sich gegenseitig ergänzen statt verdrängen. Das ist kein Verzicht, sondern ein Innovationsmotor.
Die Politik hat die Aufgabe, genau diesen Rahmen zu schaffen:
moderne Genehmigungsprozesse, digitale Planung, klare Leitlinien für nachhaltige Flächennutzung und wirtschaftliche Entwicklung. Unternehmen wiederum brauchen die Freiheit und den Mut, neue Konzepte auszuprobieren — von vertikaler Produktion über modulare Gewerbeflächen bis hin zu energieeffizienten, multifunktionalen Arealen.
Innovativ ist, wer Wachstum ermöglicht, ohne neue Flächen zu verbrauchen.
Das ist ökonomisch klug, ökologisch notwendig und Ausdruck echter Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. So entsteht ein Wirtschaftsstandort, der nicht nur mithält, sondern wieder vorangeht.
Historische Karte

Quelle: Bayernatlas
Berti der Bergmolch
Eine Geschichte aus dem Schorrenwald
Vor nicht allzu langer Zeit begab sich in einem schattigen, feuchten Wald folgende Geschichte:
Die Geschichte von Berti dem Bergmolch. Berti lebte in diesem Wald, in der Nähe von einem kleinen, fröhlich plätschernden Bach. Er lebte teils an Land und teils im Bach. Doch auch in den großen Regenpfützen, die im Wald entstanden, tummelte er sich gerne. Die Pfützen waren immer so herrlich schlammig und kühl.
Berti war ein Einzelgänger, er lebte allein. Nur ab und zu begegnete er anderen Molchen und Salamandern. Gestern z.B. kam eine Bergmolchfrau des Weges und legte ihre Eier in der Pfütze ab.
An einem schönen sonnigen Mittag, da lag Berti gerade faul in der Sonne, grummelte sein Bauch. "Oh!" sagte er. "Ich habe ja mächtig großen Hunger! Ich mach mich mal auf den Weg, um Futter zu suchen!" Er watschelte hier hin und dort hin. "Aha! Da ist doch schon ein sehr appetitlicher Wurm ... mjam mjam mjam. Ui - das reicht mir jetzt erstmal. Obwohl, ein kleiner Nachtisch wäre auch nicht schlecht! Na mal sehen in dieser Pfütze hier ... ah ja! Hier ist etwas Froschlaich. Leckerschmecker!"
Nun ruhte er sich aus und machte ein kleines Nickerchen. Berti liete die herrliche Ruhe im Wald. Die wurde nur hin und wieder gestört, wenn ein Vogel sich zum Angriff von oben herabstürzte. Oder die Ruhe wurde gestört, wenn die riesige, fette Kröte Willibald ihn mit ihrer langen, klebrigen Zunge grapschen und fressen wollte. Ja ja, so ist das! Manche Tiere hatten ihn zum Fressen gern. Doch Berti konnte bisher immer entkommen.
Eines Tages wurde die friedliche Ruhe im Wald auch noch durch lauten Lärm von Maschinen gestört. Menschen bauten am Waldesrand ihre Häuser. Es wurden immer mehr. Viele Menschen liefen nun durch den Wald. Komische Gestalten, fand Berti. Andauernd redeten diese Menschen und waren sehr laut! Die kleineren Menschen, wohl "Kinder" genannt, rannten sogar und sprangen volle Wucht in Bertis Pfützen. "Ach du Schreck! Hilfe!!!" schrie Berti, doch keiner kam ihn zu Hilfe.
An einem Morgen, die Sonne war gerade aufgegangen, nahm Berti sein erstes Bad im Bach. Plötzlich, wie aus dem Nichts, wirbelte er umher. Er wurde hin und her geschüttelt, er machte ein Salto in der Luft, er flog von eine Hand in die andere, von einem Eimer in den anderen. "Oh je ... mir wird ganz schwindelig und übel ... was geschieht bloß mit mir? Wo bin ich plötzlich? Ich habe große Angst!"
Auf einmal war STOP! Doch er lag auf dem Rücken und konnte sich nicht bewegen. Zwei Finger hielten ihn fest im Griff. Er strampelt wild und versucht, sich zu befreien. Aber er hatte keine Chance. Ein Kind hatte ihn gefangen und untersuchte Berti mit seinen kleinen Menschenfingern.
Berti rief: "AUAAAA ... nicht so feste drücken!!! AUAAAA mein Bauch! Hey! Aua, mein Schwanz!!!" Doch das Kind hörte ihn nicht. PLUMPS! Das Kind ließ ihn unsanft in den Eimer fallen. Berti kam es vor wie 1000 Meter, war er doch so winzig klein, im Gegensatz zum Menschenkind.
Im nächsten Augenblick erschien ein sanftes Gesicht über dem Eimer. Es war ein anderes Kind, das besorgt in den Eimer schaute. "Schhhh, schhhhh ... alles gut! Ich helfe dir kleiner Bergmolch! So ein kleines, hübsches Kerlchen!"
Das freundliche Kind schimpfte ein wenig mit dem anderen Kind: "Du solltest viel vorsichtiger mit dem kleinen Bergmolch umgehen. Siehst du, wie ängstlich er ausschaut und wie er sich versucht zu wehren?"
Das etwas ungestüme Kind schaute etwas verschämt drein. "Ist doch bloß irgend so ein ekeliges kleines Vieh!"
das sanfte Kind antwortete: "Nein, ist es nicht. Es ist ein Lebewesen, das fühlt, das Hunger hat, das Angst hat. Genau wie du und ich! Wir sollten uns ihm gegenüber respektvoll verhalten. Er ist ein wichtiges Mitglied der Natur, weißt du. Schau nur, wie süß er ist! Wir Menschen sollten alle Tiere schützen - und ihren Lebensraum. Seien sie auch noch so klein. Versuch es mal, setze den Bergmolch ganz vorsichtig ab, so dass er wieder frei ist."
"Naaaaa gut!" sagte das andere Kind. "Ich sehe ein, was du gesagt hast! Ach und guck: wie er schnell wieder zurück in den Bach krabbelt! So kann ich ihn auch gut beobachten." Beide Kinder freuen sich, dass Berti nun wieder in Freiheit lebte.
Von diesem Zeitpunkt an haben beide Kinder gemeinsam vielen Menschen und Menschenkindern von den Bergmolch erzählt und wie man sie und ihren Lebensraum schützen kann.
Und wenn Berti nicht von Willibald, der fetten Kröte, gefressen wurde, so lebt er noch heute!
Von Heidi Mengel :)
Weitere Infos
Bergmolche, oder auch Alpenolche genannt, gehören zu den "echten Salamandern", Salamander sind Schwanzlurche und diese gehören zu den Amphibien.
Ein anderes Wort für Bergmolch ist auch: Ichthyosaura
Bergmolchweibchen legen bis zu 300 Eier im Winter.
Bergmolche fressen z.B. Würmer und Laich von Fröschen
Natürliche Feinde des Bergmolchs sind z.B. Frösche und Kröten, Vögel und Schlangen
Der Bergmolch lebt auch im Schorrenwald




















